"Oh Vorsehung, lass einmal einen reinen Tag der Freude mir erscheinen!"
Veranstaltungsdatum: 12.06.2010

Beethovens 'heiligenstädter Testament' - Monolog eines Verzweifelten?

mit Annette Kristina Banse, Hans Christian Banse, Text und Sprecher
Gabriele Leporatti, Klavier


Im Oktober des Jahres 1802 verfasst Ludwig van Beethoven das berühmte „Heiligenstädter Testament“. Testament? Eigentlich sollte er mit seinen 32 Jahren noch zu jung sein, um einen ‚Letzten Willen’ niederzulegen, aber dramatische Lebensumstände zwingen ihn dazu ... seine fortschreitende Ertaubung, die ihm helles Entsetzen macht. Das können wir nachvollziehen, denn man sollte denken, der Verlust des Gehörs sei für einen Komponisten besonders tragisch. Vielleicht noch panischer reagiert Beethoven auf die mit der Taubheit einhergehende gesellschaftliche Isolierung, was sich obendrein (auch das ist nachvollziehbar) fatal auf seine allgemeine Verfassung auswirkt.

Doch wenn wir dieses Testament genauer lesen, wenn wir die kurz vorher bzw. kurz danach geschriebene Musik (Sonate As-Dur op. 26 bzw. Sonate d-Moll op 31,2) sowie Erkenntnisse der modernen medizinischen Forschung zu Hilfe rufen, dann will uns das, was Beethoven im Herbst 1802 testamentarisch verfügt, in einem ganz anderen Licht erscheinen.



Bruckner-Universität Linz
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28.04.2019 KLANGBILDER, WELTBILDER


© Annette Kristina Banse, Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse