"An diesem unglückseligen 3. Mai des Jahres 1943"
Veranstaltungsdatum: 05.12.2014


Vom tödlichen Risiko, die Mondscheinsonate zu spielen

protokolliert von
Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse

Volker Link, Klavier


Belädt sich große Musik mit Schuld, wenn sie unter die Räder der Politik gerät?

Antworten könnten die Schicksale zweier Pianisten geben, denen die Musik Beethovens angelegen war. Die Dame Elly Ney galt als Ikone des deutschen Konzertlebens, dem "Führer" treu ergeben. Ihr gegenüber Karlrobert Kreiten: blutjunger Rising Star auf dem Klavier und berechtigt zu den schönsten Hoffnungen.

Die eine – Ney – war nach dem Krieg wieder da, erfolgreicher denn je. Der andere – Kreiten – bezahlte seinen Abscheu vor der braunen Macht mit dem Leben.

Zwischen diesen beiden Beethovens sog. Mondscheinsonate. Ist sie seitdem gezeichnet von den Erinnerungsspuren einer deutschnationalen Überheblichkeit? Oder bleibt sie in weltferner Erhabenheit frei vom Schmutze dieser Welt, nach wie vor?

Diese Frage nach der gefährdeten Friedlichkeit von Musik sollte erlaubt sein.


Eine Veranstaltung des
Alfried Krupp-Wissenschaftskollegs Greifswald

Freitag, 5. Dezember
18:30 Uhr
Aula der Universität Greifswald
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28.04.2019 KLANGBILDER, WELTBILDER


© Annette Kristina Banse, Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse