"Totschlag am Klavier"
Veranstaltungsdatum: 17.10.2013

 
Sittenverderbende Musik
Lew Tolstois und Ludwig van Beethovens "Kreutzersonate"

nacherzählt von
Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse

Airi Suzuki, Violine
Volker Link, Klavier


Dass eine Frau erdolcht wird, nur weil sie Klavier spielt und einen befreundeten Geiger bei Beethovens ‚Kreutzersonate’ begleitet, dürfte gottlob zu den eher seltenen Ereignissen der musikalischen Interpretationsgeschichte zählen. Ermordet nicht wegen falscher Fingersätze oder grobem Anschlag, sondern weil ein pathologisch eifersüchtiger Ehemann argwöhnt, gemeinsames Musizieren erfülle bereits den Tatbestand vollzogenen Ehebruchs.

Der im Affekt tötende Ehemann argwöhnt: „Wenn man sich zu zweit mit der Musik beschäftigt, so ist eben eine gewisse Annäherung unvermeidlich. Jeder weiß, dass gerade dieses Zusammenspiel die unsittlichen Liebschaften in der besten Gesellschaft begünstigt“.

Die Musik ein sinnenverwirrendes Gift, das Musizieren ein sittenwidriger Akt ... es ist Ludwig van Beethovens Sonate für Violine und Klavier Nr. 9 A-Dur op. 47 (genannt ‚Kreutzersonate’), darin Lew Tolstoi in seiner berühmten Novelle ‚Die Kreutzersonate’ den alleinigen Anlass zu Sex and Crime wittert.

Dieser historische Kriminalfall sei jetzt erneut aufgerollt, die Geschichte nacherzählt, die Musik der ‚Kreutzersonate’ auf den Prüfstand geschickt ... ist sie wirklich eine Droge, welche Mordgelüste weckt?




Alfried Krupp-Wissenschaftskolleg
Aula der Univ. Greifswald
Donnerstag, 17. Okt. 2013
19:30 Uhr
© Annette Kristina Banse, Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse