"Große Seelen leben in einer selbstgeschaffenen Welt"
Veranstaltungsdatum: 18.10.2012


Bilder, Spiegelbilder: Frédéric Chopin und Franz Liszt

von Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse
Henri Sigfridsson, Klavier


Franz Liszt zu portraitieren ist nicht eben leicht ... ein zu buntes, ein zu strahlendes Leben zwischen flacher Sensation und tiefer Meditation, randvoll mit teils genialer, teils fragwürdiger Musik.

Franz Liszt hat auf vielen hundert Seiten einen Nachruf auf Frédéric Chopin geschrieben. Was er an diesem rühmt und bewundert, sind vornehmlich jene Charaktereigenschaften, die ihm selber abgehen. So hat es den Anschein, als stelle Liszt in diesem Chopin-Portrait seine eigenen Defizite dar und zeichne sein eigenes Wunschbild.

Das gibt uns die Möglichkeit, den einen im anderen zu spiegeln ... Chopin und Liszt gleichsam als Dioskurenpaar zu besichtigen. Dabei erhellt die Musik von diesem die Musik von jenem.

Und die gigantische Sonate in h-Moll? Gleich einem Psychogramm ist sie das tönende Spiegelbild der verwirrend vielschichtigen Charakterlandschaft des Franz Liszt.

Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Aula der Universität
Donnerstag, 18.Okt.18:30 Uhr
© Annette Kristina Banse, Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse