BEETHOVENFEST BONN "Treffpunkt im Unendlichen"
Veranstaltungsdatum: 03.09.2007

Der lange, lange Weg des Ludwig van Beethoven nach London

nachgezeichnet von
Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse
Trio Lyrion


Beethoven kam nur bis Prag und wäre doch gern weiter gekommen, nach London vor allem. Das hätte beinahe schon ganz früh geklappt, denn Haydn wollte ihn, den noch jungen Beethoven, in väterlicher Großherzigkeit auf seine zweite Englandreise mitnehmen.
Später hätte es die Möglichkeit durchaus gegeben, vornehmlich per Hilfe seines Schülers Ries, der von 1813 bis 1824 in London beruflich Karriere und privat Fortune machte. Aber Beethoven verzettelte sich in diesen Jahren mit den Neffen Karl-Turbulenzen und hatte weder den Kopf frei noch seinen Kalender.

Haydn und Ries konnten sich in London etablieren, der eine mehr noch als der andere. Beethoven wäre der dritte und vermutlich der Erfolgreichste im Bunde gewesen. Es hat nicht sollen sein, London blieb unerreichbar. Der dritte und wichtigste kam dort nie an.
Daraus wäre ein Dreipersonen-Stück zu bauen, sozusagen eine Parallelmontage von Haydn (Lehrer Beethovens), Ries (Schüler Beethovens) und Beethoven selbst. Eine biographische Montage gewissermaßen, ein Figuren-Dreieck, welches obendrein die Möglichkeit gäbe, das Londoner Konzertleben zu skizzieren ... nicht zuletzt deswegen, um Beethoven nachträglich noch einmal vor Augen zu führen, was alles ihm entgangen ist.

Musikalisch wird aus aus Beethovens Variationen Es-Du op. 44 für Klaviertrio zitiert und aus dem einen oder anderen Haydn-Trio (einzelne Sätze). Der in dramatischer Form erzählende Recitativo-Teil (ca. 45 min) mündet schließlich in das komplette Trio c-Moll op. 143 (25 min) von Ferdinand Ries, vermutlich komponiert auf dem Höhepunkt seiner Londoner Öffentlichkeitserfolge.


Collegium Leoninum
Bonn
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© Annette Kristina Banse, Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse