[ DAS UNTERHALTSAM-ANSPRUCHSVOLLE KONZERTFORMAT ]
Das Vermittlungskonzept des von Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse über lange Jahre hinweg entwickelte und vielfach erprobten Konzerttyps hat ein einzigartiges Format, es sei Concerto recitativo genannt ...
 
Das Concerto recitativo

• ist k e i n Gesprächs- oder Moderationskonzert-Format

• sondern ein musikalisch-literarisches Gesamtkonzept mit hohem künstlerischem Vermittlungs-Anspruch

• dramaturgisch ist es dem Dramolett bzw. dem Hörspiel oder Radio-Feature verwandt, strukturell gehorcht es dem Bauprinzip einer Collage

• darin Musik und literarische Zeugnisse in eine sich wechselseitig bedingende und erhellende Beziehung gesetzt werden ... wie in einem wohlsortierten Setzkasten

• Gegenstand ist die Musik (der ‚Text’) innerhalb ihres zeitgeschichtlichen, gesellschaftlichen, biographischen oder rezeptionshistorischen Entstehungs– bzw. Wirkungsrahmens (des ‚Kontextes) ... Kunstwerke fallen nicht vom Himmel, sie wachsen auf dem Kartoffelacker des Menschlich-Allzumenschlichen

• Das Concerto recitativo befasst sich mit je einem Thema: den Gründen für die rätselhafte Weltkarriere des Fürstendieners Haydn, mit Tschaikowskijs zwiespältiger Psyche, Beethovens Krise im ‚Heiligenstädter Testament’, der einzigartigen Geschwisterliebe von Fanny und Felix Mendelssohn, dem Überlebenskampf von Schostakowitsch im Stalinismus, der Parallelmontage zweier Pianisten im Dritten Reich (Elly Ney und Karlrobert Kreiten), dem Scheitern des ‚Musikalischen Opfers’ von Johann Sebastian Bach oder mit den ‚Szenen einer Ehe’ von Cosima und Richard Wagner (um nur wenige Themen aus mittlerweile über 130 Programmen zu nennen)

• Grundlage ist ein philologisch sorgfältig recherchiertes und sprachlich in eine kunstvolle Dialogform gegossenes Libretto für ein bis fünf Sprecher und variable Musiker-Besetzung (Klavier solo bis Kammerorchester)

• Der Titel Concerto recitativo ist mit Bedacht gewählt: Musiker und Sprecher sind in ein konzertantes Wechselspiel vernetzt; die Musik antwortet den Texten, die Texte spinnen (wie in einem Concerto grosso) die musikalischen Interjektionen fort

• Daraus resultiert eine äußerst hörerfreundliche ‚wellenförmige’ Dramaturgie: die Musik übernimmt die Rolle a) der Illustration, b) des dokumentarischen Belegs, c) der affektiven Bestätigung und Vertiefung des Gesagten ... hinwiederum die Musik von den literarischen Textpassagen mit Sinn und Bedeutung aufgefüllt und damit unmittelbar verständlich werden

• Aus dem ‚Hörspiel’ (Text- und Musikanteile 50:50%) mit durchschnittlicher Länge von ca. 50 bis 60 Minuten wächst dann ein komplettes Musikwerk heraus, sozusagen als die klingende Quintessenz ... nach den ‚Szenen einer Ehe’ das ‚Siegfried-Idyll’, nach der Schostakowitsch-Biographie das 2. Klaviertrio, nach dem Mendelssohn-Geschwisterportrait das Streichquartett f-Moll op. 80 von Felix Mendelssohn etc. Mit anderen Worten: das Sprecherteam verabschiedet sich und gibt – nun verwandelt sich das Concerto recitativo in ein reines Konzert – der Musik das letzte Wort

• Das Concerto recitativo erklärt nicht. Auch verzichtet es darauf, die Musik strukturell bzw. formalanalytisch zu deuten; vielmehr lässt es das Publikum teilhaben an einem geschlossenen System aus Texten und Musik, indem es Geschichte in Form von Geschichten erzählt ohne direkte Publikums-Ansprache ... insofern ist das Concerto recitativo theatralisch, d.h. es führt vor, anstatt zu belehren

• Genau deswegen stellt sich, von Mal zu Mal wachsend, ein neues Publikum ein, und zwar quer durch alle Altersschichten. Ein Publikum, das ein Faible für Hörbücher zu haben scheint, für erlesene Text-, Sprecher- und musikalische Interpretationskunst ... ein Publikum, das die Raffinesse und die Kurzweiligkeit dieser ‚wellenförmigen Dramaturgie’ liebt

• Auch schätzt dieses neue Publikum, Musik in behutsam ausgewählten Dosierungen zu hören ... nicht zu lang, immer textlich eingebettet, d.h. unmittelbar verständlich, immer auf den jeweiligen Sinn berechnet, immer sinngemäß fokussiert

• Die Libretti und die Auswahl der Musik erfordern von uns Autoren einen unverhältnismäßig hohen Arbeits- und Verarbeitungsaufwand mit dem Ziel, den Zugang zur Musik für das Publikum dann umso leichter und unterhaltsamer zu machen

• Diesem Ziel einer neuen Publikumsansprache kommt man umso wirkungsvoller näher, wenn die literarische Qualität der Libretti sozusagen auf Augenhöhe mit der Musik gebracht wird ... wenn (wie eine Rezensentin schreibt)  „Sprache zur Musik wird“ und dementsprechend die Musik zu ähnlich eindrucksvoller Klang-‚Rede’

• In Schulkonzerten (z.B. SPURENSUCHE des NDR Hannover) und bei Generalproben vor Oberstufenschülern an Gymnasien machen wir die beglückende Erfahrung, dass sich vornehmlich dank kunstvoll gebauter Sprache, Arm in Arm mit kunstvoller Musik, ein Optimum an Wahrnehmungsspannung erzielen lässt: Jugendliche scheinen das wohlgesetzte Wort gerade in Zeiten eines dramatischen Sprachverfalls außerordentlich zu schätzen ... und wer erzählt ihnen heute noch spannende Geschichten?

• Das Concerto recitativo macht nachhaltige Wirkung, weil es auf Erzählspannung setzt, den Weg zum Kopf durch das Herz sucht, auf poetische Verdichtung bedacht ist und auf sprachlich-musikalische Verzauberung, eingebettet in die Steigerungsform eines 5-aktigen Dramas ... anregend, aufregend, berührend und im guten Sinne verführend ...

• ... und ist insofern konkurrenzlos, als es dieses Format im deutschsprachigen Raum nachweislich kein zweites Mal gibt



Siehe auch ...

Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse:
Das Concerto recitativo. Was? Wie? Warum?

In: Tröndle, Martin (Hg.):
DAS KONZERT.
Neue Aufführungskonzepte für eine klassische Form.
transcript Verlag, Bielefeld 2009, S. 239 - 264
[ WEITERE TERMINE ]

15.01.2018 CONCERT REMARQUABLE "Ein Kuß auf Deine Stirn ... komm Du bald!"

12.03.2018 CONCERT REMARQUABLE "Herr Tristan Wagner & Frau Isolde Wesendonck"

30.04.2018 CONCERT REMARQUABLE "Gibt es eigentlich lustige Musik?"


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[Referenzen]

"Sehr geehrte Frau Annette Kristina Banse! Sehr geehrter Herr Professor Schmidt- Banse! Liebe Freunde der Concerts remarquables! Liebe Gäste!

Die Stadt Osnabrück hat allen Grund, dem Künstlerpaar Schmidt-Banse zum Start in die 10. Saison der musikalisch-literarischen Konzertreihe „Les concerts remarquables“ zu danken. Denn es besteht ja kein Zweifel daran, dass dieses Format „konkurrenzlos gut“ ist und dass die Zahl der begeisterten Anhänger von Jahr zu Jahr wächst. Sie alle helfen, den Ruf der Stadt Osnabrück als einer lebendigen Kulturstadt zu mehren."
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(Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler)


„Geniales Format, weil es mehrere Ausdrucksformen auf ideale Weise verbindet und die intime Botschaft des Kunst-Wesentlichen eindringlich vermittelt. Ein ergreifendes Erlebnis für Zuhörer wie Ausführende"

(Henri Sigfridsson)


„Die beiden haben den Bogen einfach raus … Annette Kristina Banse und ihrem Mann Hans Christian Schmidt-Banse gelingt es immer wieder, Biografien interessanter Menschen so zu präsentieren, dass ein Gesamtpaket aus zeitgeschichtlichen Notizen, biografischen Fakten und Spots entsteht, die das Geschehen von allen Seiten beleuchten, um es dann zu einem dichten Textgeflecht zu verweben, dem Musik als weitere inspirative Kraft hinzugefügt wird"

(Ina Wagner in EMDER ZEITUNG am 9. Juli 2012 )

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© Annette Kristina Banse, Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse
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